Flachdächer

Das Flachdach hat sich vom rein funktionalen Gebäudeabschluss längst zu einer aktiv genutzten Fläche entwickelt. Wo früher lediglich eine dichte Ebene über den darunterliegenden Räumen gefordert war, entstehen heute Dachterrassen, begrünte Ruheflächen, Aufstellorte für Lüftungs- und Klimatechnik oder Trägerflächen für Photovoltaik. Als Flachdach bezeichnet der Fachmann dabei ein Dach mit einer Neigung von etwa bis zu fünf Grad. Anders als beim geneigten Dach, das über eine Deckung aus überlappenden Ziegeln oder Blechen Regen ableitet, übernimmt beim Flachdach eine flächige, wasserdichte Abdichtung die Schutzfunktion. Genau diese Abdichtung ist das Herzstück eines jeden Flachdachs und entscheidet über Dichtheit und Lebensdauer der gesamten Konstruktion.

Im Aufbau unterscheidet man grundsätzlich zwischen mehreren bewährten Bauweisen. Beim Warmdach, der heute am häufigsten ausgeführten Variante, liegen Dampfsperre, Wärmedämmung und Abdichtung ohne durchlüftete Ebene direkt übereinander auf der Tragkonstruktion. Beim Kaltdach befindet sich zwischen Dämmung und Abdichtung eine belüftete Luftschicht, die anfallende Feuchtigkeit abführt. Beim Umkehrdach wiederum liegt die druckfeste, feuchteunempfindliche Dämmung oberhalb der Abdichtung und schützt diese vor Temperaturschwankungen und mechanischer Beanspruchung. Welche Bauweise im Einzelfall die richtige ist, hängt von Nutzung, Untergrund und den bauphysikalischen Anforderungen ab. Eine korrekt geplante Dampfsperre ist bei allen Varianten entscheidend, damit keine Feuchtigkeit in die Dämmebene eindringt und dort Schäden verursacht.

Auch ein Flachdach braucht ein Gefälle, damit Niederschlagswasser sicher zu den Abläufen geführt wird und sich keine dauerhaften Pfützen bilden. Dieses Gefälle lässt sich über eine Gefälledämmung oder über die Tragkonstruktion herstellen. Neben der regulären Entwässerung kommt der Notentwässerung mit Notüberläufen eine große Bedeutung zu: Bei Starkregen, wie er auch in München und Oberbayern zunehmend auftritt, oder bei verstopften Abläufen verhindern sie einen gefährlichen Wasseraufstau auf dem Dach. Als Meister- und Innungsbetrieb mit eigener Spenglerei planen und führen wir jedes Flachdach fachgerecht aus, von der Abdichtung über Attika und Anschlüsse bis zur Entwässerung. Weil ein Flachdach dauerhaft der Witterung ausgesetzt ist, empfehlen wir zudem eine regelmäßige Wartung und Inspektion, um Abläufe, Nähte und Anschlüsse frühzeitig zu prüfen und die Lebensdauer nachhaltig zu sichern.

Bitumenabdichtung

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Die Abdichtung mit Bitumenbahnen zählt zu den ältesten und bewährtesten Verfahren im Flachdachbau und hat sich über Jahrzehnte im Bestand wie im Neubau bewährt. Moderne Bahnen bestehen längst nicht mehr aus reinem Bitumen, sondern aus Polymerbitumen, dem Kunststoffe wie Elastomere oder Plastomere beigemischt werden. Dadurch bleiben die Bahnen bei Kälte flexibler und sind bei Wärme formstabiler, was die Widerstandsfähigkeit gegenüber Temperaturschwankungen deutlich erhöht. Das Ergebnis ist eine robuste, mechanisch belastbare Abdichtung, die auch hohen Beanspruchungen standhält.

Ein wesentliches Merkmal der fachgerechten Bitumenabdichtung ist die zweilagige Verlegung. Eine erste Lage wird auf dem vorbereiteten Untergrund verlegt, darauf folgt eine zweite Lage, deren Nähte versetzt zur ersten angeordnet werden. Diese doppelte Ausführung bietet eine hohe Sicherheitsreserve, denn selbst bei einer Beschädigung der oberen Lage bleibt die darunterliegende Ebene wirksam. Die Bahnen werden dabei üblicherweise im Schweißverfahren verarbeitet, bei dem die Unterseite der Bahn mit dem Brenner erwärmt und vollflächig oder nahtweise mit dem Untergrund und untereinander verbunden wird.

Besondere Sorgfalt erfordern die Detailpunkte, denn hier entstehen erfahrungsgemäß die meisten Schäden. An Attika, Dachrändern, Durchdringungen und Anschlüssen müssen die Bahnen sauber hochgeführt und dauerhaft dicht angearbeitet werden. Als Spenglerei fertigen wir die zugehörigen Blechabschlüsse und Einfassungen passgenau an und stimmen sie auf die Abdichtung ab. Diese enge Verzahnung von Abdichtungs- und Spenglerarbeiten aus einer Hand ist ein wesentlicher Vorteil für die dauerhafte Dichtheit Ihres Daches.

Bitumenabdichtungen eignen sich für eine Vielzahl von Anwendungen, von der einfachen unbenutzten Dachfläche bis hin zum genutzten Dach mit Auflasten. Für begrünte Dächer stehen Bahnen mit zusätzlichem Wurzelschutz zur Verfügung, die ein Durchwurzeln der Abdichtung verhindern. Bei sachgerechter Ausführung und regelmäßiger Wartung erreicht eine zweilagige Polymerbitumenabdichtung eine lange Nutzungsdauer und stellt damit eine wirtschaftliche und zuverlässige Lösung dar.

Kunststoffabdichtung (z. B. EPDM, FPO/TPO, PVC)

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Kunststoffdachbahnen haben sich als moderne Alternative zur Bitumenabdichtung fest etabliert und werden heute bei vielen Flachdächern eingesetzt. Ihr großer Vorteil liegt im geringen Gewicht, der oft einlagigen Verlegung und der hohen Flexibilität des Materials. Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Werkstoffe zum Einsatz, die sich in ihren Eigenschaften und ihrer Verarbeitung unterscheiden. Zu den gebräuchlichsten zählen EPDM, FPO beziehungsweise TPO sowie PVC.

EPDM ist ein synthetischer Kautschuk, der sich durch eine sehr hohe Elastizität und Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung und Witterung auszeichnet. Das Material bleibt über einen weiten Temperaturbereich flexibel und lässt sich in großen Bahnenformaten verlegen, wodurch sich die Anzahl der Nähte reduziert. FPO- beziehungsweise TPO-Bahnen bestehen aus Polyolefinen und verbinden mechanische Robustheit mit guter Umweltverträglichkeit. PVC-Bahnen sind seit langem bewährt, gut verschweißbar und in vielen Detailausbildungen erprobt. Welcher Werkstoff im Einzelfall am besten passt, hängt von Nutzung, Untergrund und den Anforderungen an Beständigkeit und Verträglichkeit mit angrenzenden Materialien ab.

Ein zentrales Merkmal der thermoplastischen Kunststoffbahnen wie FPO/TPO und PVC ist die Nahtverschweißung mit Heißluft. Dabei werden die überlappenden Bahnenränder erwärmt und unter Druck homogen miteinander verbunden, sodass eine dauerhaft dichte und hochbelastbare Naht entsteht. EPDM-Bahnen werden demgegenüber überwiegend mit dafür vorgesehenen Nahtsystemen verbunden. In allen Fällen entscheidet die sorgfältige, fachgerechte Ausführung der Nähte und Anschlüsse über die Dichtheit und Langlebigkeit der gesamten Fläche.

Die Befestigung der Bahnen erfolgt je nach Objekt mechanisch, verklebt oder durch Auflast, etwa bei Kies- oder Gründächern. Auch bei den Detailpunkten an Attika, Durchdringungen und Entwässerung arbeiten wir Abdichtung und Spenglerarbeiten präzise aufeinander ab. Kunststoffabdichtungen bieten sich besonders dort an, wo geringes Gewicht, schnelle Verlegung und eine hohe Flexibilität gefragt sind. Wir beraten Sie herstellerneutral, welches System für Ihr Dach die passende Lösung ist, und führen die Abdichtung fachgerecht aus.

Dachbegrünung (extensiv / intensiv)

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Ein begrüntes Flachdach verbindet gestalterische, ökologische und bauphysikalische Vorteile auf sinnvolle Weise. Es bindet Feinstaub, schafft Lebensraum für Insekten, verbessert das Kleinklima und hält bei Regen einen erheblichen Teil des Wassers zurück, wodurch die Entwässerung entlastet und Spitzenabflüsse gemindert werden. Zugleich schützt der Gründachaufbau die darunterliegende Abdichtung vor UV-Strahlung, Hagel und starken Temperaturschwankungen und verlängert so deren Lebensdauer. Gerade im dicht bebauten Raum von München und Oberbayern gewinnt die Dachbegrünung als Beitrag zur Regenwasserbewirtschaftung und zum Stadtklima zunehmend an Bedeutung.

Bei der Ausführung unterscheidet man grundsätzlich zwischen extensiver und intensiver Begrünung. Die extensive Begrünung ist pflegeleicht, benötigt nur eine dünne Substratschicht und ist entsprechend leicht. Sie wird mit anspruchslosen, trockenheitsverträglichen Pflanzen wie Sedum, Moosen, Kräutern und Gräsern bepflanzt und kommt weitgehend ohne zusätzliche Bewässerung aus. Die intensive Begrünung dagegen entspricht einem echten Dachgarten mit Stauden, Sträuchern oder sogar kleinen Bäumen. Sie erfordert einen dickeren Substrataufbau, ein höheres zulässiges Gewicht der Konstruktion, eine regelmäßige Pflege und in der Regel eine Bewässerung.

Der Aufbau eines Gründachs folgt einem bewährten Schichtenprinzip. Auf der Abdichtung liegt zunächst eine wurzelfeste Ebene, denn die Abdichtung muss durchwurzelungssicher ausgeführt sein oder durch eine zusätzliche Wurzelschutzlage ergänzt werden, damit Wurzeln sie nicht durchdringen. Darüber folgen eine Schutz- und Speicherlage, eine Drainschicht, ein Filtervlies und schließlich das Substrat mit der Vegetation. Für Planung und Ausführung sind die anerkannten Regeln der Technik, insbesondere die FLL-Richtlinien für Dachbegrünungen, maßgeblich, die wir konsequent beachten.

Voraussetzung für jede Begrünung ist eine einwandfreie, geprüfte Abdichtung sowie eine ausreichend tragfähige Konstruktion, weshalb die statischen Reserven vorab sorgfältig zu klären sind. Ebenso wichtig ist eine funktionierende Entwässerung mit kontrollierbaren, dauerhaft zugänglichen Abläufen und einer zuverlässigen Notentwässerung. Wir prüfen die Voraussetzungen Ihres Daches, planen den passenden Aufbau und stimmen Abdichtung, Wurzelschutz und Begrünung fachgerecht aufeinander ab, damit Ihr Gründach über viele Jahre sicher und dicht bleibt.

Solar / Photovoltaik

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Das Flachdach eignet sich in besonderem Maße für die Nutzung von Sonnenenergie. Die Module lassen sich frei zur Sonne ausrichten und im optimalen Neigungswinkel aufständern, ohne dass die Dachfläche selbst dafür ausgerichtet sein muss. Zudem sind die Anlagen vom Boden aus meist nicht sichtbar, was gestalterisch von Vorteil ist. Ob Photovoltaik zur Stromerzeugung oder Solarthermie zur Wärmegewinnung, das Flachdach bietet die freien, gut zugänglichen Flächen, die eine wirtschaftliche Nutzung ermöglichen.

Die größte Herausforderung bei der Belegung eines Flachdachs liegt in der Befestigung der Anlage, ohne die Abdichtung zu beschädigen. Bewährt haben sich vor allem aufgeständerte Systeme, die durch Auflast, etwa mit Betongewichten oder Kiesballast, lagesicher gehalten werden und ganz ohne Durchdringung der Abdichtung auskommen. Diese Lösung ist besonders schonend, setzt aber ausreichende statische Reserven der Konstruktion voraus, da das zusätzliche Gewicht der Ballastierung getragen werden muss. Wo eine durchdringungsfreie Montage nicht möglich ist, müssen die Befestigungspunkte fachgerecht und dauerhaft dicht in die Abdichtung eingebunden werden.

Aus diesem Grund ist die enge Abstimmung zwischen Dachdecker- beziehungsweise Spenglerarbeiten und der Anlagenmontage entscheidend. Vor der Belegung prüfen wir den Zustand und die Restnutzungsdauer der Abdichtung, denn eine spätere Sanierung unter einer bestehenden Anlage ist aufwendig und kostspielig. Bei älteren Dächern kann es sinnvoll sein, die Abdichtung vor der Montage zu erneuern, damit Dach und Anlage über eine vergleichbare Lebensdauer verfügen. Ebenso achten wir darauf, dass Abläufe, Notüberläufe und Wartungswege frei zugänglich bleiben und die Fläche weiterhin sicher entwässert.

Wir betrachten Ihr Dach als Gesamtsystem aus Abdichtung, Entwässerung und Anlagentechnik und sorgen dafür, dass die Belegung mit Solar- oder Photovoltaikmodulen die Dichtheit nicht gefährdet. Als Meisterbetrieb mit eigener Spenglerei fertigen wir erforderliche Einfassungen und Anschlüsse passgenau und arbeiten mit den Fachbetrieben der Anlagentechnik eng zusammen. So verbinden Sie die Vorteile eines gut genutzten Flachdachs mit der Sicherheit einer dauerhaft dichten und wartbaren Dachfläche.